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Hitzefrei!


09.00Uhr morgens in Hamburg und wieder klettert das Thermometer schon um diese Uhrzeit auf 24°C. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne lacht mir und meinen beiden Fellnasen freudestrahlend entgegen. Schnell noch die erste Runde des Tages gedreht bevor es dann wieder viel zu warm ist. Doch leider scheint das nicht allen Hundebesitzern klar zu sein. Denn immer wieder sehe ich, dass Zwei- und Vierbeiner Joggen oder Radfahren sind. Dies kann schnell zu Kreislaufproblemen, Verbrennungen an den Pfoten oder gar zum Hitzetod des Vierbeiners führen!

Ja, wir Menschen schwitzen für unseren Wärmeausgleich. Das bedeutet, dass durch die Abgabe von Wasser und das anschließende Verdunsten auf der Haut ein kühlender Effekt entsteht. Aber NEIN, unsere Fellnasen können das nicht. Sie haben nur wenige Schweißdrüsen in der Haut. Aus diesem Grund hat sich die Natur etwas anderes überlegt. Zum einen können sie etwas Wärme über die Zehen- und Sohlenballen ableiten, da sich hier etwas mehr Schweißdrüsen befinden und zum anderen hecheln sie. Eine Studie von 2010 von Professor Dr. Oechtering, Uni Leipzig, hat ergeben, dass diese Art der Thermoregulation allerdings gar keine so große Rolle spielt, da der Wärmeaustausch nur bei der Ausatmung auf der Zunge stattfindet. Da dieser Bereich aber nur sehr klein ist, scheint die Nase die weitaus wichtigere Funktion zu haben. Bei der Einatmung trifft die Luft auf die extrem fein verzweigten Nasenmuscheln. Diese sind besonders gut durchblutete Schleimhautoberflächen, die durch Drüsen angefeuchtet werden. Durch die eingesogene Luft und die Feuchtigkeit entsteht dann die Verdunstungskälte (1). Mir ist auch schon aufgefallen, dass meine Fellnasen bei diesem Wetter eine weitaus feuchtere Nase haben als gewöhnlich.

Da also bei unseren Hunden die Thermoregulation anders gesteuert ist als bei uns und der Austausch nicht über den gesamten Körper stattfindet sollten wir besonders aufmerksam sein und einige Dinge beachten damit es unseren Fellnasen wirklich gut geht und sie das Wetter auch genießen können.

Spaziergänge sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden,

Joggen und Radfahren mit Hund sollten vermieden werden – es kommt auch wieder kühleres Wetter;-),

Pralle Sonneneinstrahlung vermeiden,

Gebt euren Fellnasen die Möglichkeit sich abzukühlen (Wassertreten, Schwimmen,etc.),

Bezüglich der Nasenarbeit sollte diese nicht in der vollen Hitze stattfinden, denn hier ist die Leistung aufgrund der Aufgabe der Thermoregulation gemindert,

Die Fütterung sollte ebenfalls zu einer kühleren Tageszeit stattfinden, denn aufgrund der hohen Temperaturen ist der Appetit häufig eh schon vermindert.

(1) Quelle: Gerhard Oechtering, Prof. Dr. med. vet. Dipl.ECVAA, Klinik für Kleintiere, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, Das Brachyzephalensyndrom – Neue Informationen zu einer alten Erbkrankheit, Veterinary focus, Vol 2010 no.2




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